Senioren-WM in Ankara: Brigitte fehlte nur EIN Punkt zu Bronze!

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Auch der dritte Saison-Höhepunkt für die Oldies nach der DM in Berlin und den World Masters Games in Turin bescherte mit der WM in Ankara den beiden Weltenbummlern Brigitte und Dieter Prax eine erlebnisreiche Sport- und Kulturwoche.

Austragungsstätte in der türkischen Hauptstadt war die zentral gelegene neue Basketball-Arena, die gut 10.000 Zuschauer fasste und 12 stark beleuchtete Felder beherbergte. Diese gut zu treffen war mit den international vorgeschriebenen schnellen Bällen nicht so einfach und bedurfte einer langen Eingewöhnungszeit.

Nach einer von viel Propaganda geprägten „Eröffnungsfeier“, bei der sich die vielen Funktionäre schon im Vorfeld sehr lobten, aber leider nicht die fast 1000 Sportler aus 41 Nationen (neuer Rekord) in den Mittelpunkt stellten, ging es endlich los. Noch nie gab es in allen Altersklassen eine so breitgefächerte Konkurrenz!

Brigitte startete gleich am ersten Tag ins Turnier mit dem DE O 60, in dem ihr eine Japanerin gegenüberstand. In einem Spiel auf Augenhöhe wollten ihr aber schließlich nicht die Spiel entscheidenden Punkte im 3.Satz gelingen, während die Japanerin sie immer wieder mit einer ungewöhnlichen Drop-Technik überraschte. Leider musste anschließend das Mixed  gegen zwei schlagbare Japaner wegen Dieters Unwohlsein abgebrochen werden, so dass ihr Augenmerk nun auf das Damendoppel gerichtet war. Apropos Unwohlsein: Von Tag zu Tag gab es mehr Sportler, die neben Kreislaufproblemen mit Magen-Darm-Infektionen zu kämpfen hatten. Leider wurde dadurch auch die Vergabe der Medaillen sehr beeinträchtigt!

Neu war, dass Disziplinen unter 16 Teilnehmern im Gruppensystem ausgespielt wurden. Brigitte und Helga (Peeck) erwischten die einzige Vierergruppe und hatten so garantiert drei Doppel zu spielen. In den beiden ersten Gruppenspielen zeigten sie sich gut aufgelegt und düpierten zunächst die beiden engagierten und favorisierten Japanerinnen in zwei knappen Sätzen und anschließend zwei Engländerinnen. Somit waren sie vor dem letzten Spiel Gruppenerste und benötigten nur noch einen Satzgewinn im Spiel gegen die bereits von den Japanerinnen besiegten Finninnen, um eine Medaille sicher zu haben. Doch nun zeigte die rheinländisch-hessische Kombination Nerven: das Spiel war zu jeder Zeit eng und Satz 1 ging mit 19:21 verloren. Im zweiten Satz sollte es eigentlich besser klappen, aber dann bemängelte bei einem 4-Punkte-Vorsprung der Aufschlagrichter (nach Expertenmeinung zu Unrecht) zwei Aufschläge von Brigittes Partnerin. Bei 20:19 hatten die beiden Deutschen trotzdem Satzball, doch der eine nötige wichtige Punkt zu einer Medaille sollte ihnen nicht mehr gelingen und sie verloren den 2.Satz  mit 23:21. Schade, dennoch dürfen sie sich über einen guten 5.Platz in dem starken Teilnehmerfeld freuen.

Wie immer übernahm Brigitte auf Anfrage anschließend das Coaching bei der O 70erin Renate Gabriel  (Bremen) und durfte sich mit ihr wie schon in Vancouver und Sofia über Gold freuen.

Ankara war auch außerhalb des Sportes eine interessante Stadt, die einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten hatte. Nicht ganz ungefährlich war der  Besuch einer Bierkneipe in der Nähe eines großen Platzes, wo allabendlich Demonstrationen stattfanden. Hier kamen einige WM-Teilnehmer sogar mit Tränengas in Berührung!

Die Farewell-Party bot dann im Anschluss an die hochkarätigen Endspiele etwas Besonderes: In einem wunderschön angelegten Park mit großem See nahe der Halle traf man sich am letzten Abend und durfte gemeinsam eine faszinierende Laser-Wasser-Schau (natürlich inclusive Verherrlichung der Regenten Atatürk und Erdogan) bewundern. Das war ein toller Abschluss mit der Möglichkeit, sich in einem tollen Ambiente von den Sportfreunden aus aller Welt zu verabschieden.